Was sind Thumbnails

 

Ich habe den Begriff Thumbnails in eine früheren Beitrag schon erwähnt, in dem es darum ging, verschiedene Illustrationen zu erstellen und dabei die Kernidee der Illustration bestmöglich wiederzugeben. In dem genannten Fall waren die Illustrationen recht einfach gehalten, aber auch bei einfacheren Stilen ist es wichtig, die Idee, den Aufbau, die Farben und Kontraste im Vorfeld mit kleinen Versionen der Illustration zu erarbeiten. Auf diese Weise lässt sich schnell sehen, was funktioniert und was nicht. Ach ja, die kleinen Versionen der Illustrationen, die ich gerade erwähnt habe, sind die oben genannten Thumbnails.

Hier sieht man beispielsweise eine kleine Reihe von Thumbnails, die für meine Illustration „Die drei Abenteurer“ enstanden ist. Es ist sehr hilfreich, die kleinen daumennagelgrossen Bildchen vorher zu haben und Entscheidungen mit ihnen zu treffen, denn das fertige Bild kann mitunter schon mal mehrere Tage Arbeit in Anspruch nehmen. Was sind da schon 45 Minuten, die gut investiert, Fehlentscheidungen rechtzeitig ausschliessen?!

(Klicke auf die mittlere Zeichnung, um die finale Illustration zu sehen)

 

Thumbnails für eine Illustration

Thumbnails für eine Illustration


 

Wie geht man an Thumbnails ran?

 

Da Thumbnails Dir helfen sollen, Dein Bild zu organisieren, steht genau das an erster Stelle. Die Qualität der Thumbnails zeichnet sich durch gute Lesbarkeit aus und nicht durch technisch gute Zeichnungen. Letztendlich soll Dein fertiges Bild, wenn Du die Augen zusammenkneifst und es nur noch unscharf zu sehen ist,  fast aussehen wie das Thumbnail, auf dem es basiert.

Es ist also wichtig, sich auf die Aussage zu konzentrieren und sich zu überlegen, wie man diese am besten vermittelt. Fang am besten einfach auf einem Schmierzettel damit an. Auf diese Weise ist das Papier schon im kopf nicht vergeudet, wenn man vermeintlich „schlechte“ Zeichnungen darauf anfertigt. Wenn Du digital arbeitest, kannst Du natürlich einfach ein neues Dokument öffnen. Verleicht ist es allerdings hier hilfreich, die Thumbnails mit Microsoft Paint zu machen. Auf diese Weise käme man nicht in Versuchung, spannende Brushes und vielleicht sogar Filter oder ähnliches zu verwenden. Diese Werkzeuge sollten nämlich bewusst erst später zum Einsatz kommen. In Paint ist es schwer, beeindruckende Arbeiten zu erstellen, und das ist für Thumbnails genau richtig. Prinzipiell sind sie nur für Dich zum denken gedacht.

Beim Film macht man übrigens etwas ganz ähnliches. Es werden von der gesamten Geschichte, die der Film erzählen möchte, Storyboards erstellt. Jede Einstellung und Szene des Films wird vorher gezeichnet, damit der Regisseur sehen kann, ob der Film, wenn er fertig ist, so funktioniert, wie er sich das vorgestellt hat. Diese Storyboard-Zeichnungen sind auch eine Art Thumbnails. Nur eben richtig, richtig viele :). Diese Bilder werden eingescannt und  hintereinander abgespielt, sodass die Idee des Filmes noch besser zu sehen ist. Diesen Film nennt man dann Animatic. Aber ich scheife ab…

Wenn Du also Thumbnails machst, lohnt es sich, Werkzeug zu verwenden, daß Dich nicht dazu animiert, Details zu zeichnen. Ein stumpfer Bleistift oder ein Kugelschreiber sind super geeignet.

Die Frage, ab wann Dein Thumbnail fertig ist, beziehungsweise gut ist, kannst nur Du entscheiden. Es ist dann gut, wenn Du Deine Idee bestmöglich sehen und erkennen kannst.


 

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