Was genau ist ein Kontrast?

 

Die Frage mag beim ersten Hinsehen überflüssig erscheinen. Sieht man sich jedoch die naheliegenste Antwort auf diese Frage genauer an, stellt man schnell fest, dass der Begriff vom Kontrast umfassend ist. Wir werden uns also genau ansehen müssen, wo sie in Illustrationen überall auftretten können.

Im Folgenden werde ich auf unterschiedliche Konstraste ein wenig eingehen.

 

 

Der Hell-Dunkel-Kontrast

Das vielleicht erste Prinzip von Gegensätzen in Bildern, an das man denkt ist wohl möglich der Hell-Dunkel-Kontrast. Er gliedert ein Bild, bzw. eine Illustration in helle und dunkle Bereiche. Diese Unterteilung hilft, Elemente im Bild zu sortieren und gruppieren.

hell dunkel kontrast


 

Der Sättigungs-Kontrast

 

Dieser Kontrast bezieht sich auf Farbe. Er ist auf den Anteil der Sättigung von Farbe bezogen. Die Sättigung beschreibt das Maß der Farbintensitivität. Grau ist im Vergleich zu einem leuchtendem Rot ungesättigt. Oft ist in hellen Bereichen der Farbe die Sättigung geringer als in dunklen Bereichen.

 

sättigungskontrast


 

Der Komplementär-Kontrast

Dieser Kontrast ist ein kleinen wenig schwierig zu verinnerlichen, wenn man noch nicht viel Erfahrung mit Farbe, und dem (, unter anderem von Goethe erarbeiteten) Farbkreis hat..

Prinzipiell funtkioniert er über sich gegenüberliegende Farben auf dem Farbkreis. Der Farbkreis zeigt alle Farben des weißen Lichts. Schickt man dieses durch ein Prisma, spaltet es sich, und die Farben werden sichtbar. Fügt man Anfang und Ende des dadurch entstanden Farbstreifens zusammen hat man einen Kreis. Dieser Kreis zeigt alle Farbtöne und ihre Verwandschaft zueinander.

 

der farbkreis in clip studio paint

Der Farbkreis ist heutzutage in jedem gänigen Bildbearbeitungsprogramm anzufinden. Er macht das Arbeiten mit Farben sehr intuitiv.

 

 

Die Farben, die sich auf diesem Kreis gegenüberliegen bilden dadurch den stärksten Kontrast zueinander. Genau diese Farben bilden den Komplementärkontrast. Mischt man zwei Komplementärfarben zusammen erhält man in der Theorie Schwarz. Das gelingt aber auch nur, wenn die Grundfarben eine gewisse Dunkelheit mit sich bringen, wie zum Beispiel Sienna Gebrannt (als dunkle Orangevariante) und Ultramarinblau.

 

komplementärfarben farbkreis

Es bietet sich dadurch an, die Komplimentärfarbe in Schattenbereichen zu verwenden (,wenn es der generellen Farbentscheidung für das Bild nicht entgegenwirkt).

komplementärkontrast

 

Wer ein wenig mehr über Komplementärfarben erfahren möchte, kann gerne auch einen Blick auf meinen Post dazu werfen :).


 

Details

Dieser Kontrast ist besonders wichtig, wenn man mit Zeichnungen arbeitet, da hier oft nur eine „Farbe“ zum Einsatz kommt. Über Details lassen sich Zeichnungen gut organisieren, es ist aber schwierig, anzuwenden, da die Entscheidung schwer zu fällen ist. Immerhin füllen dann die Details einen großen Teil der Zeichnung aus, und Details kosten Zeit. Stellt man erst am Ende fest, dass die Verteilung von Details nicht funktioniert, ist es schwierig und aufwendig, diese Entscheidung rückgängig zu machen.

Für diese Fälle sind Thumbnails sehr wichtig.

kontrast über details


 

Kontraste in Kanten

Dieser Kontrast ist oft in der Photografie zu finden, wenn Bereiche eines Bildes unschaft sind und andere scharf und klar. Über diese Art von Unschärfe lassen sich Elemente eines Bildes gut hervorheben. Er funktioniert aber auch auf einzelnen Objekten, an denen einige Kanten scharf und andere weich sind.  Mit dem kontinuierlichen Arbeiten ensteht ein individuelles Gefühl dafür, wo man Kanten aufweichen kann. Hin und wieder bis zu dem Punkt, wo sich komplett aufgelöst sind (Lost Edges).

Dies Fähigkeit, Kanten so zu bearbeiten wird in Fachkreisen Edgecontroll genannt.

kontrast in kanten (edges)


 

Dies ist nur der erste Teil zum diesem Thema. Gegensätze lassen sich auch in Formen, Grössen und vielen anderen Elementen von Bildern nutzen, um sie spannend aufzubauen und die Wirkung und Aussage zu optimieren. Auf die hier nicht genannten Kontraste werde ich in einem zweiten Post zu dem Thema eingehen, und sicherlich noch in dem einen oder anderen Projekt. Sie spielen nämlich auch für Characterdesign eine sehr grosse Rolle. Eine Disziplin, die mir sehr am Herzen liegt.

 



 

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